Grenzerfahrungen

27. September 2018

 

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Kingston vom Liegeplatz aus aufgenommen

Donnerstag, 13. September: Kingston liegt in unserem Kielwasser. Wir haben unsere Wege erledigt, d.h. ich habe meinen Bluttest wieder einmal erledigt (was für eine Erleichterung – ab nun nur noch alle 3 Monate!). Es hat ein bisschen gedauert, musste ich doch erst einmal in Erfahrung bringen, dass in Ontario kein Spital bereit ist mir Blut abzunehmen, sondern nur private Labors. Für diese benötigte ich aber eine Art Überweisung von einem in Ontario ansässigen Arzt. Naja – es ist vollbracht und es war gar nicht so teuer (nach Prince Edward Island war ich ja auf jede Eventualität eingestellt). Nun muss er nur noch nach Wien gesendet werden, dies ist erfahrungsgemäß für die Kanadier eine etwas größere Herausforderung.  Später, in den vereinigten Statten werde ich herausfinden, dass es über 10 Tage dauerte, bis der Befund in Wien eintrudelt. Wir haben eingekauft, und ein Taxi gebraucht um unsere Schätze zurückzubringen. Wir haben die Waschmaschinen und Trockner der Marina zum Glühen gebracht (gratis – dies relativiert die Liegeplatzgebühren) und wir haben viel Sightseeing gemacht. Immerhin ist Kinstong Weltkulturerbe der Unesco und hat einiges zu bieten. Ein Besuch in einem Fort (Fort Henry) mit einer sehr netten und interessanten Führung rundete unseren Aufenthalt in Kingston ab.

Am Mittwoch den 12. September hieß es aber Leinen los und es ging weiter hinein in den Lake Ontario. Bei wunderbarem Sommerwetter mit über 30 Grad segelten wir einmal in den Hafen, wo die Magellan ihren Winter verbringen wird und klärten einmal Termine und Kostenvoranschläge für nächstes Jahr. Die Zeit vergeht so schnell – nun sind es schon 10 Jahre, dass wir unseren Motorraum gestrichen  und Konrad eingebaut bekommen haben. Leider hält kein Farbanstrich ewig auf einem Stahlboot und so haben wir einige Rostflecken im Motorraum die dort sicher nicht hingehören. Also wird nächstes Jahr der Motor herausgehoben, was bei Magellan sehr einfach geht, wir werden den Pinsel und die Flex schwingen und den Motor wieder einbauen lassen. Dave, der Mechaniker vor Ort, sieht dies aber sehr entspannt und ist ganz entzückt von dem Platzangebot auf Magellan im Motorraum. Dementsprechend wenig Stunden wird er auch brauchen und daher ist der Kostenvoranschlag nicht atemberaubend. Der Hafen selber ist klein aber sehr nett und die Besitzer machen einen freundlichen, hilfsbereiten Eindruck.

Am späteren Nachmittag ging es weiter zur Amherstbay, einen wunderschönen, sehr einsamen Ankerplatz, wo Fritz am Strand sein Teleskop aufstellte und erst in der Früh wieder abholte. Wie gesagt – sehr einsame Gegend.

Am Freitag den 14. September ging es dann weiter nach Cape Vincent. Bereits Tage vorher hatte ich mit dem Zoll in diesem kleinen Ort ein Telefonat geführt, da Cape Vincent im Staate New York liegt und wir daher  hier in die Vereinigten Staaten einklarieren wollten. Auf meine Frage, was wir alles beachten sollten, hieß es einfach – nichts – kommt einfach in das Zollgebäude. Das machten wir auch. Die Herren waren nicht gerade die überschäumende Freundlichkeit aber bereits  nach ca. 30 Minuten waren wir offiziell einklariert. Niemand besuchte unser Boot, keine Fragen zu den Dingen , welche wir an Bord haben. Ob die Herren Österreich auf der Landkarte finden würden, sei aber eher dahingestellt. Cape Vincent ist ein kleiner Ort mit ca. 900 Einwohner und könnte einem Film entsprungen sein. Die amerikanischen Flaggen überall, sehr gepflegte Häuser und jede Stunde ertönt ein langes Glockenspiel vom Kirchturm mit mehreren!!! Melodien. Der Liegeplatz selber war gratis und so blieben wir auch gleich eine Nacht und investierten unser Geld in kalte Getränke und Eis.

Die Sommerhitze blieb und wir stellten fest, dass die Karibik endgültig gestorben ist als Reiseziel. Wir stöhnen schon unter der Hitze von Kanada. Selbst unter Segel ist es noch recht heiß, nicht einmal der Fahrtwind bringt wirklich Erleichterung.  Aufgespanntes Sonnensegel, alle Luken offen und sogar ein Windsegel bei der Vorschiffsluke bringen nur wenig Kühle. Und so war ich am 16. September auch schwimmen. Wir machen  die letzten Tage  so richtig Urlaub und lagen vor Anker in der Chaument Bay. Hierher wollte ich, da ich auf der Karte einen State Park entdeckte und natürlich sofort an Wanderungen dachte. Vor Ort entpuppte sich mein „Park“ als Campingplatz, aber Fritz konnte in der Nacht wieder seiner geliebten Astrofotografie nachgehen und wir beschlossen, einen der letzten richtig warmen Tage hier zu verbringen. Am Abend gab es noch eine größeren Schreck für Fritz als er  den Niedergang hinauf ins Cockpit kletterte. Ein Adler saß am Großbaum und über ihm und hob ob dieser Störung ungnädig ab. Bei der Flügelspannbreite gab es  ein Rauschen und der Großbaum wackelte ganz schön. Fritz hatte an diesem Tag überhaupt ein schlechtes Verhältnis zur Tierwelt. Beim Paddeln zum Ufer hin erschlug er noch fast einen großen Fisch im Wasser mit seinem Ruder.

Nach der zweiten Nacht in der Chaument Bay ging es dann weiter nach Sackets Harbour. Hier fand en mehrere Schlachten im Krieg zwischen den Briten/Kanadiern und den Amerikanern 1812 und 1813 statt. Der Hafen selber ist sehr nett, die Dame im Büro aus Norddeutschland aber leider ist das Schlachtfeld nicht besonders gut beschildert. Dazu bekamen wir fast einen Hitzekollaps bei der Besichtigung des kleinen Örtchens.

Am nächsten Tag ging es einfach nur um die Ecke zu einem Ankerplatz um Hafengebühr zu sparen. Bei ca. 70 € pro Nacht ist dies auch notwendig. Der Winddreher, welcher im Wetterbericht versprochen wurde dauerte aber etwas länger und so lagen wir ein paar Stunden in den Wellen. Da Magellan aber eine gewichtige Lady ist, ist dies nicht so schlimm, da die Wellen uns nur sehr wenig hoppeln lassen.

Am 18. September lagen wir noch immer vor Anker an diesem Platz. Am nächsten Tag ging es aber endlich weiter in die Henderson Bay, eigentlich wollten wir bis Oswego segeln, aber der Wind lies uns im Stich und wir wollten auf gar keinen Fall motoren. White Bay hatten wir uns schon vorher auf der Karte angesehen und sah nach einem geschützten Ankerplatz aus. Dies war auch notwendig, da Hurrikan Florence uns einen Gruß schickte im Form von viel Wind und viel Welle. Und wir hatten schon gelernt – hier war die angeblich in jedem Revier steile, unangenehme Welle Wirklichkeit. Bei angesagten Böen bis 45 kn (= ca. 90 km/h)Wind wollten wir einen ruhigen Platz. Der Ankerplatz selber war eine Enttäuschung, stark bebaut und landschaftlich nicht besonders schön. Ich war unruhig und Fritz musste viel UNO mit mir spielen, vor allem, da die angegebene Windrichtung nicht immer korrekt war und Magellan doch noch in den Wellen tanzte.

Am 22. September gingen wir aber wieder Anker auf und es war eine Schlammschlacht am Bug. Die Kette war überzogen mit weichen Schlamm und ich bald auch. Unter Segel ging es wieder zurück in die Chaumont Bay und wir verbrachten nach einem netten Segeltag einen angenehmen Abend vor Anker. Endlich war es ein bisschen kühler und wir brauchten beim Segeln sogar einen langärmligen Pulli.

 

Der Gratisliegeplatz von Cape Vincent war uns in Erinnerung geblieben und so steuerten wir den als nächstes an. Ein bisschen einkaufen, ein Eis und eine ruhige Nacht laut Wetterbericht. Um 23:00 war alles anders. Wir schoben ordentlich Lage, die Wellen trugen weiße Hauben im Hafenbecken und wir lagen genau im Fetch. Von wegen 10 kn, wir hatten über 30 und dafür einen schlechten Liegeplatz. Nachdem wir die Fenderpositionen mit Mühe neu positioniert hatten und feststellten, dass wir nicht die einzigen waren, die Leinen, Fender und ähnliches bei ihren Booten überprüften gingen wir wieder schlafen.

Am Montag den 24. September ging es wieder zurück nach Kingston, ein flottes Segeln, da wir noch immer ordentlich Wind hatten. Eine Wolkenformation, die sehr nach einer Windhose aussah beschäftigte uns (später erfuhren wir, dass es tatsächlich 6 Tornados in Kanada gegeben hatte).

Bereits zu Mittag legten wir an und ich telefonierte mit dem Zoll und meldete unsere Ankunft. Überraschenderweise  wollte uns kein Officer vom  Zoll besuchen, obwohl ich unser Winterlager anmeldete. Ohne irgendwelche Papiere, nur mit einer Canpassnummer (=Nummer vom Zoll für Aufenthaltsgenehmigung fürs Segeln) ausgestattet endete unser Kontakt mit dem Zoll. So hatten wir das noch nie. Aber man notierte sich unsere Arbeitsauftragsnummer für die anfallenden Arbeiten nächstes Jahr und erklärte mir, dies sei ausreichend.

Eigentlich wollten wir am nächsten Tag weiter, aber das Wetter bescherte uns bis zu 37 kn im Hafen, Regen, Regen und nochmals Regen. Am Ende verlängerten wir bis zum 27. September. Heute werden wir bei Sonnenschein und fast keinem Wind die Leinen loswerfen und bereits nach Bath in unser Winterlager weiterreisen. Nun müssen wir die nächsten Tage unsere Magellan einwintern und bald geht es wieder nach Hause.

 

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In den 1000 Islandsauf demWeg nach Kingston

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Stegnachbar

 

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Das „Schloss“ der Familie Singer – ja die Nähmaschinenhersteller, in den 1000 Islands

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Veronikas Eintrag

18. September 2018

Wie immer müssen auch die Gäste an Bord einen Eintrag für unser Blogg verfassen. Es hat ein bisschen gedauert, aber nun ist es soweit:

 

Hallo Zusammen,

auch heuer hatte ich das besondere Vergnügen mit Papa und Claudia zwei unvergessliche Wochen in Kanada zu verbringen.

Im Unterschied zum Vorjahr, war der Aufenthalt 2018 wirklich sehr bunt gestrickt: wir besichtigten Großstädte wie Montreal und Quebec, liefen aber auch in kleineren Städten wie Tadoussac ein, besuchten ein „living museum“ und auch Nationalparks standen auf dem heurigen Programm.

Mein ganz persönliches Highlight waren jedoch eindeutig die Wale im Sauenay – St. Lawrence Marine Park. Während die Whale-Watching-Dampfer an uns vorbeizogen, gelang es Papa –  mit viel Gefühl und Gespür – Claudia und mich so nah wie möglich an die Riesen des Meeres zu bringen. Mit viel Respekt und Ehrfurcht hielten wir den vorgegebenen Abstand ein und beobachteten unter anderem Finnwale, Buckelwale und Belugas.  Claudia überlies mir großzügiger Weise meistens das Fernglas, durch welches ich mit offenem Mund starrte.  Abends konnte man sie von unserem Ankerplatz aus blasen hören – Gänsehaut pur.

Der Flusscharakter des St. Laurence machte sich erst zunehmend Richtung Quebec bemerkbar, da man davor das andere Ufer oft gar nicht sehen konnte. Was sich aber während meines gesamten Aufenthaltes abzeichnete, waren die einst so großen Einflüsse Frankreichs auf Kanada. Mit sattelfestem und sturmsicheren Englisch kam ich so gut wie nie gegen das kanadische Französisch an. Der Vorteil dabei: ich konnte mein nicht vorhandenes Französisch beachtlich verbessern 😛

Manche Menschen müssen einen Fehler mehrmals begehen, um aus ihm zu lernen. Offensichtlich gehöre ich zu dieser Sparte Mensch dazu, denn obwohl es mir 2017 so schwer fiel die Magellan nach nur zwei Wochen wieder zu verlassen, war auch der heurige Aufenthalt mit zwei Wochen angesetzt. Ein Jahr später, gleiches Szenario, aber zumindest habe ich diesmal besser gepackt, ich hatte sogar zwei Drittel meines Gepäcksinhaltes an!

Nächstes Jahr ist die Magellan aller Voraussicht nach wieder mein Dreh- und Angelpunkt für die Sommerpläne – alle guten Dinge sind doch drei, oder?

 


Auf Schleichpfaden in den Lift

12. September 2018

Einen Strom hinauf zu segeln ist nicht einfach. Die Strömung raubt einem die Vorwärtsfahrt und noch ein bisschen verschärft wird die Situation davon, wenn die vorherrschende Windrichtung wieder einmal genau auf die (Boots)nase ist.

Bis zum 31. August hatten wir aber immerhin noch die Flut, die teilweise sehr kräftig mitgeschoben hat und die Flussströmung mehr als aufgehoben hat. Seit Trois Rivieres ist dies aber vorbei.

Das Usulinenkloster von Trois Rivieres

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Auch sonst hat Trois Rivieres Eindruck hinterlassen. Die hässlichste Marina der Reise mit dem Ausblick auf eine Fabrik und dem Geruch einer Sauerkrautkocherei. Eine Stadt die gar keine schöne Seiten hat (zumindestens hätten wir keine gesehen). Kein Wunder also, dass wir in den nächsten Nationalpark geflüchtet sind. Dort haben Veronika und ich eine kleine Wanderung gemacht, während Fritz das Boot gehütet hat.

 

 

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Am nächsten Tag hieß es dann Abschied nehmen. Veronika wurde von uns am 2. September in den Mietwagen gesetzt, der uns auch in den Nationalpark gebracht hatte und auf ging es nach Quebec. Eigentlich wollten wir noch am selben Tag die Marina verlassen, aber sinnflutartige Regenfälle bewogen uns noch eine Nacht zu bleiben und das gute WIFI für einen Fernsehabend zu nutzen. Nebenbei montierten wir auch noch die neuen Lukengriffe bei der Heckkoje, da die 20 Jahre alten Originale nicht mehr ganz dicht waren.  Zwar mussten wir zu Bohrer und Säge greifen, da die ganz richtigen Ersatzteile nicht mehr erhältlich sind, aber nun ist wieder alles dicht.

Am 3. und  4. September schlichen wir uns dann weiter dem Flussursprung  entgegen. Immer mehr nahm der St. Lawrence River das Bild der Donauauen an. Da ist dieser breite Fluss, der links und rechts so flach von einem ist, dass ich das Wasser nur zum Bauch hätte. Natürlich ist die stärkste Strömung in der Fahrtrinne für die Frachter, daher versuchen wir bei jeder Gelegenheit in einen der vielen Kleinbootkanäle auszuweichen. Dafür müssen nicht nur die Tiefen gecheckt werden, sondern auch die Brückenhöhen und Kabelhöhen über die Rinnen im Vorhinein geprüft werden.  Gestern hat es dann jemanden aus seiner Hängematte am Ufer gerissen, wie wir vorbei gefahren sind. Teilweise unterstützt uns auch die Genua, immerhin ist Magellan ja ein Motorsegler.

Für die Angler unter euch, und da haben wir ja einige in der Verwandschaft: riesige Fische springen ständig vor uns aus dem Wasser und landen mit einem lauten Platsch wieder in eben diesem.

Nun am 4. September haben wir es knapp vor Montreal geschafft. Morgen werden wir den Anker sehr früh lichten und zu der ersten Schleuse fahren. Hier werden wir warten, bis die großen Frachter geschleust haben und angeblich kommen wir dann dran. Die Tickets dafür habe ich bereits vor Tagen gekauft und damit sollte alles vorbereitet sein. Allerdings haben wir morgen doch sehr viel Wind, und daher werden wir möglicherweise alles um einen Tag verschieben. Schauen wir mal …

Auf geht es in den Aufzug: es ist der 5. September und wir warten seit ca. 2 Stunden darauf in die erste von sieben Schleusen einfahren zu dürfen. Wir werden in den nächsten Tagen 70 Höhenmeter in diesen Schleusen überwinden und haben uns bei den Bildern schon etwas gegruselt. In der ersten Schleuse werden uns die Leinen zugeworfen und uns alles genau erklärt. Passt. Kurze Zeit darauf verlassen wir hinter einer Barke, welche gezogen und geschoben wird das Lock. Die Barke transportiert europäische Teile zu der Brückenbaustelle, welche uns in Montreal schon viel Freude im Auto bereitet hat. Bald biegt sie ab und wir haben den Seawaterway von St. Lawrence für uns alleine.

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Unter der Baustelle geht es durch, mit der Hoffnung, dass niemand einen Hammer fallen lässt

Die zweite Schleuse geht ein bisschen schneller und so müssen wir in der Wartezeit nicht gar so viel schwitzen. Das Wetter ist eine Herausforderung: schwül ist gar kein Ausdruck und die Sonne sticht vom Himmel. Die Rettungswesten die wir tragen (müssen) machen es nicht besser. Wir ankern bei einem Indianderreservat und haben dort Party am Wasser. Laute Musik (unter anderem „Völlig Losgelöst“) dröhnt über das Wasser und die halbe Ortschaft angelt, plaudert am Wasser von Boot zu Boot oder ist am Wakebord oder SUP unterwegs. Bei Sonnenuntergang wird es aber ruhiger und wir freuen uns über jeden Windhauch in der Koje.

Am nächsten Tag werden die Schleusen deutlich höher, die Belegschaft kennen wir aber teilweise schon, einer der Herren war gestern bei der ersten Schleuse schon dabei.

Beauharnaise Schleuse, es geht aufwärts mit der Magellan

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Wir teilen uns die Hebebrücken mit den Frachtern, diese haben  jedoch immer Vorfahrt

 

 

Wir können endlich wieder etwas segeln und haben am Ende des Tages schon vier Schleusen hinter uns. Wir ankern auf einer Sandbank mitten im Fluss und die spüren von Zeit zu Zeit die Wellen der Frachter, welche vorbeiziehen.

  1. September: Wir starten die Maschine und Konrad stößt weißen Rauch aus, VIEL weißen Rauch. Zylinderkopfdichtung? Zuwenig Wasser? Diesel, der nicht verbrennt? Die Möglichkeiten sind vielfältig, keine ist schön. Zwei Stunden später ist der Rauch auch wieder weg. Anscheinend war der Unterschied der Wasser- zur Lufttemperatur so, dass sich hier der Nebel gebildet hat. Hatten wir noch nie, brauchen wir auch nicht mehr – ist einfach nur unangenehm. Zusätzlich haben wir auch bereits das zweite Mal ein seltsames Geräusch und Vibration am Motor. Wir finden jedoch die Ursache. Die Fernbedienung für den Auspuff , welche wir seit 10 Jahren haben, fängt an zu schwingen. Nichts was nicht mit einem Kabelbinder behoben werden kann, aber erst muss man mal finden, was dieses Geräusch macht. Wir schleusen wieder einmal, diesmal sind es die amerikanischen Schleusen, wo wir Poller haben, die sich mit uns aufwärts bewegen. Nicht schlecht, aber die zugeworfenen Leinen der Kanadier sind auch okay. Am Abend wird es wieder ein Ankerplatz, da die Marina keinen Platz für uns – zuviel Tiefgang …

 

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Manchmal sind die Brücken aber hoch genug für uns – hier die internationale Brücke zwischen Kanada und den USA

Samstag, 8. September: Heute wird nach all diesen Aufregungen einmal länger geschlafen. Konrad unser Motor bekommt einen Spa-Tag. Motoröl  wird etwas nachgefüllt, der Seewasserfilter gereinigt und das Getriebeöl unter anderem gecheckt. Dann geht es unter Segel zur letzten Schleuse. Dort warten bereits zwei andere Segelboote auf uns. Die Schleuse hat ein Problem und versucht gerade die Tore zu reparieren. Die Zeit drängt, ein größeres Boot ist in Anfahrt und wir werden sehr freundlich von dem Schleusenpersonal auf dem Laufenden gehalten. Bereits 90 Minuten später sind wir in der letzten Schleuse. Dies ist tatsächlich ein Scherz, der Wasserstand ändert sich ca. 10 Zentimeter und wir sind durch. Dafür haben wir nun 17 € bezahlt? Na gut – die Schleusen haben wir nun erledigt. Weil wir Segelwind haben, geht es noch ordentlich weiter, aber der Fluss wird nun schon sehr eintönig und Fritz vermerkt im Logbuch, dass er müde ist. Weil der Ankerplatz  keinen guten Untergrund hat, gehen wir sogar noch einmal Anker auf und fahren noch einige Seemeilen weiter.

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Forts aus der Zeit, als die Kandadier/Briten noch Angst vor einem militärischen Angriff der Nachbarn hatten säumen unseren Weg, hier Fort Wellington

 

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Sonnenuntergang am Ankerplatz

 

Am nächsten Tag haben wir wieder einen guten Segelwind, davor habe ich aber die Hände voll beim Anker lichten. Bewuchs am Seeboden ist gar kein Ausdruck, für das, was der Anker zutage fördert. Mit Messer, Bootshaken und den Händen kämpfe ich mich durch das Grünzeug, damit ich überhaupt die letzten 50 Zentimeter des Ankers hochholen kann. Dabei bricht sogar des Messer ab. Danach prüft Fritz meine Nerven, da er gegen die Strömung die Narrows entlangsegelt. Strudel, Kurven und Wellen von ca. 1,5 m machen ihm Spaß und bringen mir wahrscheinlich ein paar neue weiße Haare. Aber – der Skipper hat eindeutig Freude an diesem Tag.  Wieder wird es ein Ankerplatz , der so nicht geplant war, da der erste wieder keinen guten Untergrund hatte. Wir sind nun seit gestern in den Thousand Islands. Der Name ist Programm. Es gibt 1864 Inseln. Damit man als Insel gezählt wird, muss man das ganze Jahr aus dem Wasser schauen und mindestens zwei lebendige Bäume haben. Auf fast jeder Insel steht ein Cottage. Manche sind richtige Schlösser, manche schauen aus wie eine Almhütte. Uns ist es eigentlich zu dicht besiedelt, aber die Ausflugsboote karren die Touristen aus jeder Ecke heran um die Inseln zu bewundern.

 

Montag, 10. September: Der Wetterbericht hat gestern Abend noch für Erheiterung gesorgt: starker Regen wird durch Regen im Laufe des Tages abgelöst und so wollten wir eigentlich am Ankerplatz bleiben und einen Rasttag genießen. Nur – es regnet nun doch nicht. Der Wind wäre wieder einmal gut und  ich sollte auch bald ins Spital zum Bluttest, da bin ich eh schon etwas zu spät dran. Wir gehen Anker auf und segeln die letzten 20 Seemeilen nach Kingston. Um Mittag werden wir ordentlich nass und haben es aber auch geschafft – wir sind im Lake Ontario angekommen.

 

 

 

 


Gegen den Strom

2. September 2018

Die Zeiten wo Wetter und Wind den Tagesablauf bestimmen sind schon länger vorbei. In den letzten Tagen ist die vorherrschende Frage nach den Gezeiten. Wollen wir doch einen Fluss aufwärts fahren und haben einen Gezeitenhub um die fünf Meter. Wenn das Meer mit der Flut in den Fluss drängt schiebt uns also ein mächtiger Motor an. Wenn die Ebbe einsetzt und das Meerwasser wieder hinausmöchte ist der Motor umso kräftiger, da ja auch noch der St. Lawrence noch kräftig mitschiebt auf seinem Weg in das Meer.

Um die Strömungen gut ausnützen zu können, haben wir einen Atlas, in welchem abhängig von der Uhrzeit in Bezug zu Hochwasser die vorherrschenden Strömungen in Richtung und Stärke angeben sind. Dies wird noch mit den aktuellen  Uhrzeiten für das Hochwasser in Verbindung gebracht und schon ist klar, wann Magellan den Hafen oder Ankerplatz verlassen soll. Dies kann mall um 5:00 Uhr in der Früh sein, oder auch erst  zu Mittag.

So ist es auch am 26. August als wir Cap A L’Aigle verlassen.  Mittag ist schon vorbei und wir werfen die Leinen los. Es geht zu unserem nächsten Ankerplatz. Hier wird eine starke Strömung sein, aber der  Untergrund soll Sand sein und uns gut halten. Flott sind wir angekommen und werfen den Anker. Magellan ist die letzten Meilen unter Motor über 8 kn gelaufen. Normalerweise sind es ca. 3 kn weniger. Der Anker greift ausgezeichnet und Fritz wird wieder einmal die Ankerwache übernehmen, wenn die Flut kentert.

Auch am 27. August warten wir ein bisschen in den Tag hinein, bevor wir uns auf die nächste Etappe stürzen. Belustigt beobachten wir aus dem Cockpit heraus, wie Möwen sich am Wasser niederlassen und mit einem Affenzahn an uns vorbeitreiben.  Da wir erst nach 13:00 Uhr aufgebrochen sind, wird es ein langer Tag. Die von uns ausgewählte Marina, die einzige, die groß genug ist, hat keinen Platz für uns und so ankern wir auf einem Platz, der auf der Karte nicht so schlecht aussieht nach Sonnenuntergang. Wir sind nur noch 16 sm von Quebec entfernt, aber dort gibt es Strömungen mit bis zu 8 kn, dies muss ja wirklich nicht sein.

Am Dienstag den 28. August hat Fritz wieder einmal die Wache um  4:00 Uhr in der Früh um zu sehen, ob der Anker hält. Er legt sich auch nicht mehr in, da bereits um 6:05 der Anker von mir hochgehievt wird und es geht los Richtung Quebec City. Wir sind so flott, dass wir früher als gewünscht ankommen und wir wecken noch schnell Veronika auf, die wieder einmal alles verschlafen hat. Mei – das Kind kann schlafen, bewundernswert.

Schnell noch unter einer Klappbrücke durch und durch eine kleine Schleuse und wir sind im Bassin Louise angekommen, einem Hafen, welcher sich direkt bei der Altstadt befindet. Die Preise sind auch dementsprechend. Die Crew macht sich rasch mit Hilfe der Duschen landfein und kurz darauf geht es auch schon los. Fassen wir es kurz – Quebec ist einfach entzückend und gefällt sogar Fritz. Und dies ist ein riesiges Kompliment, mag der Skipper doch normalerweise gar keine Städte. Die Altstadt ist groß, gelungen restauriert und strotzt nur vor Blumenschmuck. Die Geschäfte sind keine Filialen von irgendwelchen Ketten sondern jedes ist individuell, sowohl bei der Deko als auch bei den Produkten. Die einzige Enttäuschung ist für Fritz die Zitadelle. Das gute Stück wurde „modern“ restauriert und daher verweigert Fritz den Eintritt.

Müde kehren wir zum Boot zurück und verarbeiten die Eindrücke unterschiedlich: Der Käpt´n macht ein Nickerchen, ich kaufe noch am Bauernmarkt ein und werfe mich dann mit Veronika an den Pool. Bei den Liegeplatzgebühren nützen wir das Angebot weidlich aus.

Am Abend geht es noch einmal in die Altstadt, nun aber die untere, zuvor waren wir in der oberen. Habe ich das Wort entzückend schon verwendet?

Zufrieden geht  die Besatzung schlafen und bereits um 5:15 Uhr klingelt der Wecker. Erraten – die Strömung diktiert dies. Leider erfahren wir erst später, dass der Segelführer, welcher von 24/7 bei der Schleuse als Servicezeit spricht gelogen hat. So verbrinden wir noch eine Stunde im Cockpit, aber um 7:00 geht es wieder hinaus. Eigentlich wollen wir Ankern, aber kurz bevor wir unserem Ankerplatz anlaufen, gibt es eine Squallwarnung. Gewitter sind für unser Seegebiet zu erwarten mit Böen bis ca. 50 kn (=ca. 100 km/h). Ein Telefonat klärt, dass die Marina neben unserem Ankerplatz einen geeigneten Liegeplatz hat und wir quartieren uns dort eine Zeit später ein.

Erst in der Nacht wird es mehr Wind geben, wieviel es dann wirklich war wissen wir nicht. Nur Veronika hat dies noch wach miterlebt, die Oldies waren schon längst im Bett. Aber Regen gab es den ganzen Nachmittag und hat meine geplante Wanderung „ins Wasser fallen lassen“.

Donnerstag, 30. August: um 10:00 Uhr geht es wieder hinaus. Heute ist der letzte Tag wo die Strömung noch mithilft, ab morgen haben wir immer Strömung gegen uns. Auch müssen wir durch die Richelieu Rapids, wo es bis zu 5 kn hat. Wir setzen überraschend die Segel und düsen los. Ein Drittel der Strecke können wir tatsächlich segeln. Da der Wetterbericht behauptet, dass der Wind zu Mittag nachlässt, machen wir nur einen kurzen Schlag. Natürlich stimmt dies nicht und der Ankerplatz ist ein zugiger. Die Strömung lässt nicht zu, dass wir uns mit dem Wind ausrichten und so bläst der Wind die ganze Zeit von der Seite mit ca. 15 kn ins Cockpit. Nur wenige trotzen den Elementen und halten sich im Freien aus. Die Mehrheit der Crew der Magellan zieht sich in das Innere zurück, obwohl die Sonne scheint und es ohne Wind wahrscheinlich sogar richtig warm wäre.

Der Anblick vom Cockpit aus hat sich in den letzten zwei Tagen signifikant geändert. War bis dahin das Ufer von der anderen Seite meist nur schemenhaft zu erkennen, befinden wir uns nun in einem Flussbett von der Breite der Donau. Dabei ist ein Großteil der Wasserfläche sehr seicht und bei Ebbe verringert sich die Breite deutlich. Es ist ein Kanal für die Großschifffahrt ausgebaggert, denn auch wir teilweise verwenden müssen, da es links und rechts von dem Kanal tw. nicht einmal mehr einen Meter Wassertiefe hat. Diesen „Highway“ teilen wir uns mit den Frachtern die sich durch den engen Fluss quälen. Manchmal wird es da doch recht eng und wir beneiden die „Großen“ ganz und gar nicht.

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Veronika am Ruder

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Beluga

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Am großen Strom

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Gezeiten – und plötzlich war das Wasser weg

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Ankerplatz

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Quebec

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Upper Village in Quebec

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Quebec

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In engem Fahrwasser


Babybelugas!

29. August 2018

Wale im Ozean zu beobachten, gehört sicher zu den beeindruckendesten Dingen, die wir beim Segeln immer wieder erleben. Selbstverständlich haben wir auch eine innerliche Liste, welche Arten wir schon gesehen haben (sehr lange Liste) und welche uns noch fehlen (nicht so lange;-)). Walbeobachtungen werden aber noch ein bisschen besser, wenn man Mama mit Baby sieht – und wenn dies mehrmals gelingt freut man sich natürlich ganz besonders. Und dies erklärt das begeisterte Grinsen der Belegschaft der Magellan am Freitag den 24. August. Wir sind zu Mittag in den Sanguenay Fjord  hineingefahren. Dies ist nicht nur der längste Fjord Nordamerikas und landschaftlich sehr hübsch – hier wohnen auch die Belugas. Und diese zeigen sich auch bereits kurz nach Tadoussac und auch größere Wale kreuzen unseren Weg.  Für mehr Infos über Belugas klickt hier.

Da wir uns in einem Naturschutzgebiet befinden werden wir auch von einem Boot mit Rangern gestoppt und noch einmal kurz über die Belugas aufgeklärt, damit wir die Mütter nicht stören. Leider sind die Zahlen der Geburten in den letzten Jahren stark rückläufig. Wir haben uns aber brav eingelesen und dürfen bald wieder weiterfahren. Nach ein paar Stunden fällt der Anker an einem sehr idylischem Ankerplatz und wir genießen den Nachmittag und Abend. Am Abend geben die Belugas in der Nähe ein Schnaufkonzert und so klingt der Abend im lauen Cockpit aus.

Am nächsten Tag geht es bereits in der Früh wieder retour nach Tadoussac, welches wir aber links liegen lassen und gleich weiterfahren. Der Wetterbericht verspricht wenig Wind und wir wollen Strecke machen. Etwas später stellt sich heraus, dass der Wetterbericht doch etwas gelogen hat und wir haben auf einmal über 30 kn Wind mit gegenlaufender Strömung. Dies erzeugt eine sehr steile hohe Welle, die Magellan immer wieder etwas stoppt. Aber bald können wir Segel setzen und die Gerüchte sagen, dass der Skipper das Ruder nicht mehr losgelassen hat und angeblich sogar Gesang aus dem Cockpit erschallte … Wieder haben wir mehrere Walarten gesehen und natürlich auch wieder Belugas. Am frühen Abend legen wir in Cap A´L-Aigle an. Hier haben wir das Problem, dass wir nicht wissen, wie man den Namen ausspricht und daher ist das Rufen über Funk eine peinliche Angelegenheit. Ein recht geräumiger Hafen und eine willkommene Dusche runden den Tag ab und bald fällt die Crew in die Betten.

Sonntag, 26. August: Die Strömung saugt uns die nächste Strecke den Fluß hinauf und wir finden einen guten Ankerplatz. Allerdings ist die Strömung so stark, dass wir vor Anker eine Bugwelle schieben und Fritz muss bei Wechsel der Strömung eine Ankerwache schieben. Allerdings hält der Anker eisern und will am nächsten Tag gar nicht so recht aus dem Wasser. Die großen Frachter laufen knapp bei uns vorbei, erzeugen aber fast keine Welle und wieder gibt es einen schönen Tag im Cockpit. Am Abend werde ich vernichtend bei Uno geschlagen und während die ältere Besatzung der Magellan die Kojen aufsucht genießt der jüngere Teil der Besatzung die ruhigen Abendstunden an Bord.

Fotos gibt es viele, diese folgen in den nächsten Tagen. Und ja -natürlich haben wir nicht mehr den 26. August, aber wir laufen wieder einmal aus. Auch hier gibt es bald wieder einen weiteren Eintrag von meiner Seite.

 

 

 

 

 

 

 

 


Wal – da bläst er!

24. August 2018

Veronika lässt das Fernglas gar nicht mehr los, während wir ihr einen Walblas nach dem anderen zeigen. Veronika? Ja – wir haben uns Crewtechnisch vermehrt. Am 14. August sind wir von Ste. Anne des Mont weiter in den St.Lawrence River hineingefahren. Teilweise unter Motor und auch ein bisschen unter Segel, ging es über von Petit Mechins nach Matane nach Pointe au Pere, wo wir genau vor dem U-Boot-Museum ankerten. Wann liegt man schon neben einem U-Boot. Am nächsten Tag (17. August) ging es die letzten 2 sm nach Rimouski. Bei den Hafengebühren wollten wir uns eine weitere Nacht in diesem Hafen ersparen, würde doch Magellan dort einige Tage alleine verbringen. Wir besuchten noch das Museum der „Empire of Irland“, die ziemlich genau an dieser Stelle gesunken war und 2 Jahre nach der Titanic 1200 Menschen in den Tod gerissen hatte. Interessanterweise ist dies in Europa fast nicht bekannt, obwohl dieses Schiff auf dem Weg nach Europa war.

Am Samstag den 18. August holten wir unser Mietauto ab und begannen unsere Fahrt nach Toronto. Nie wieder werden wir über den Stau auf der Tangente schimpfen, nie wieder das Baustellenchaos in Wien kommentieren. Montreal schlägt alles, inklusive fehlender Beschilderung. Frohgemut fährt man der Autobahnbeschilderung nach und auf einmal ist die nächste Abfahrt gesperrt und es gibt keinen Hinweis wie es weiter geht. Drei Stunden später waren wir dann endlich aus Montreal heraussen und wieder auf der Autobahn wo wir hingehörten. Die Motels waren voll, aber wir hatten wohlweislich unser Zelt und die Schlafsäcke mit und so fanden wir noch einen Campingplatz, der eigentlich schon voll war, aber wir als Österreicher hatten einen Vorteil, da die Besitzerin Schweizerin war und so fanden wir noch einen Platz direkt am See.

 

Am Sonntag nahmen wir eine müde Veronika, die Tochter von Fritz im Empfang und traten den langen Heimweg an. Zuerst gab es einen Abstecher in Port Hope, die älteste Mainstreet von Ostkanada war hier zu bewundern, und es war Zeit für einen Kaffehausbesuch. Um ca. 22:00 Uhr kamen wir in Montreal an und suchten unsere feudale Unterkunft auf. Ein Dreibettzimmer mit Gemeinschaftsbad, mit chinesischen Schirftzeichen an der Tür und im Schaufenster noch die Werbung eines „Secret Spas“.Aber die Matratzen waren bequem es war sauber und es war sensationell billig für Montreal. Bis um 1:00 Uhr morgens gab es es noch einen Besuch der Altstadt, dann fielen alle ins Bett.

Montag, 20. August: bereits um 08:00 Uhr früh geht es mit der Metro drei Stationen in die Innenstadt (gestern sind wir es zu Fuß gegangen) und nach einem Frühstück beginnen wir eine Stadtbesichtung. Wir haben uns die Altstadt als Ziel erkoren, nicht die Innenstadt des neuen Montreals mit denHochhäusern. Bei traumhaft schönen Wetter spulen wir das touristische Programm ab und gewinnen einen Eindruck von dieser Stadt. Kurz vor Mittag sitzen wir aber wieder im Auto und es geht weiter Richtung Rimouski. In Drummonville verlassen wir wieder die Autobahn und besuchen ein Living Museum. Dieses ist besonders nett, da auch viele Kinder in Kostüme gesteckt wurden und hier in den Häuser sticken lernen, auf dem Dorfplatz alte Spiele spielen. Natürlich ist aber jede Broschüre in Französisch und auch die „Bewohner“ der Häuser sind zwar sehr bemüht aber sprechen teilweise gar kein Englisch oder nur sehr gebrochenes. Liebenswerter Weise spricht aman aber einfach auf französisch weiter, wenn die englischen Wörter ausgehen, und wenn wir unsicher schauen, wiederholt man die Sätze einfach mehrmals. Vor allem Fritz kann sich den Inhalt aber meist zusammenreimen und versucht dann zu übersetzen. Stundenspäter verlassen wir das Museum und kommen kurz nach Sonnenuntergang in Rimouski an. Ich plündere noch den Supermarkt und Veronika zieht in die Vorschiffskoje ein.


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Dienstag, 21. August: wir warten auf einen Segelführer, der allerdings nicht und nicht geliefert wird und laufen daher am frühen Nachmittag ohne diesem aus. Die Segel ziehen uns für ca. eine Stunde, den Rest erledigt der Motor und wir lassen bereits nach 18 sm den Anker in einer Bucht bei einem Vogelschutzgebiet fallen. Erschöpft fällt der ältere Teil der Crew ins Bett während der junge Teil noch sein Reisetagebuch vervollständigt. Dafür geistert aber bereits früh am Morgen der ältere Teil der Crew durchs Boot. während der jüngere Teil noch selig schlummert und nur aufgewecht wird, damit es kein böses erwachen gibt beim aufholen der Ankerkette. Immerhin ist dieses Teil ja genau vor ihr im Boot angesiedelt. Am nächsten Ankerplatz haben wir einen tollen doppelten Regenbogen, leider jedoch den Wind aus der falschen Richtung. So steht der Schwell bei viel Wind in die Bucht und beschwert und einen slippenden Anker und Fritz ein paar Stunden Ankerwache. Während wird im rollenden Boot liegen, fragen wir uns wie es Veronika vorne geht. Am morgen stellt sich heraus, dass sie alles einfach verschlafen hat.

Veronika am Steuer

Tadoussac am Abend

Am Donnerstag den 23. August geht es weiter: wir überqueren den Fluß um nach Tadoussac am Nordufer zu gelangen. Dabei queren wir den Marine Nationalpark und sehen unmengen von Walen. Belugas, Minki-, Fin- und Buckelwale geben sich bei uns die Ehre und auch viele Robben beobachten genau, was wir hier treiben. Veronika hat ihre ersten Walbeobachtungen hier und wir freuen uns über die Belugas. Aufgrund der Strömungen können wir uns jedoch nicht ewig Zeit lassen und so laufen wir am Nachmittag in Tadoussac ein. während Fritz ein Nickerchen macht, unternehmen Veronika und ich einen Ausflug am Strand entlang. Später gibt es einen gemeinsamen Ausflug in den entzückenden, aber sehr touristischen Ort. Die Nacht im Hafen ist vor allem für mich, nach der unruhigen vorherigen Nacht sehr angenehm.

 

Heute wird es in den Fjord weiter hineingehen. Es ist der größte Fjord Nordamerikas und hier leben Belugamamas mit ihrem Nachwuchs. Drückt uns also die Daumen, dass wir hier weitere Walsichtungen haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Positionsreport

14. August 2018

Ich habe gehört, dass der Positionsreport nicht mehr funktioniert.

 

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Positionsreport

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